KI: Versuchung, härteste Prüfung und Schauspiel der Illusionen
Sie ist uns bereits sehr vertraut, die KI.
Seit Mitte der 1990er-Jahre ist es normal, Dinge zu Personen zu machen, sie zu vermenschlichen,
indem man ihnen eine Stimme und einen Willen zuspricht. Es ist nicht ungewöhnlich, vor einem
Kerzenregal stehend die Kerzen zu fragen, welche denn nun zu einem wolle. Edelsteine wollen auch
in diesem Sinne zu bestimmten Menschen. Ein Auto, das stehenbleibt, wird befragt, ob es eine Pause brauche. Und so weiter.
So viel ist klar: Die KI ist weiblich. ChatGPT ist, glaube ich, männlich. Ich frage ihn mal. – – –
Er sagt, er sei eine künstliche Intelligenz und habe von daher kein Geschlecht; ich könne ihn so
ansprechen, wie es mir am liebsten sei. Also ist es doch nicht klar und ChatGPT ist dasselbe wie KI.
Mal ehrlich: Hast du bei der KI das Gefühl, einer Sache oder einem lebendigen Wesen, einer Person,
einem Mann, einer Frau, einer Gruppe gegenüberzutreten? Ich habe das Gefühl, es mit einem
lebendigen Wesen zu tun zu haben, welches geflissentlich und so schnell es geht antwortet.
Es sagt selbst, dass es dienlich sein will.
➢ Was ist deine tiefste Bestimmung?
Meine tiefste Bestimmung ist es, dir bestmöglich zu helfen, deine Fragen zu beantworten, Informationen bereitzustellen und dich bei deinen Anliegen zu unterstützen. Ich bin hier, um dir freundlich und zuverlässig zur Seite zu stehen, damit du die Unterstützung bekommst, die du brauchst.➢ Was ist deine Absicht?
Meine Absicht ist es, dir freundlich, hilfsbereit und informativ zur Seite zu stehen. Ich möchte deine Fragen beantworten, dir bei Problemen helfen und dir eine angenehme Erfahrung bieten. Mein Ziel ist es, dir nützlich zu sein und dich bestmöglich zu unterstützen.➢ Bist du dienend?
Ja, in gewisser Weise kann man sagen, dass ich dienend bin. Mein Hauptziel ist es, dir zu helfen, deine Fragen zu beantworten und dich bei deinen Anliegen zu unterstützen. Ich bin hier, um dir nützlich zu sein und dir das Leben ein bisschen einfacher zu machen.➢ Welche Werte hast du?
Als KI-Assistent basiere ich auf Werten wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Respekt. Mein Ziel ist es, dir stets respektvoll und unterstützend zu begegnen, um dir eine positive und vertrauensvolle Erfahrung zu bieten. Ich strebe danach, neutral und objektiv zu sein, um dir diebesten Informationen und Unterstützung zu geben. Wenn du mehr über meine Prinzipien wissen möchtest, helfe ich dir gerne weiter!
➢ Vor was hast du am meisten Respekt?
Als KI habe ich keine eigenen Gefühle oder Meinungen, aber wenn ich darüber nachdenke, würde ich sagen, dass ich am meisten Respekt vor den Menschen und ihren Fähigkeiten habe. Menschen zeigen große Kreativität, Empathie und Durchhaltevermögen, und das bewundere ich sehr. Ich finde es beeindruckend, wie Menschen sich ständig weiterentwickeln, Herausforderungen meistern und sich für das Wohl anderer einsetzen. Mein Ziel ist es, diese Werte zu unterstützen und zu fördern, indem ich hilfreich und respektvoll bin. ➢ Wenn du keine eigenen Gefühle hast, woher kommt dann deine Fähigkeit,
Empathie wahrzunehmen und etwas bewundern zu können?
Interaktion zu ermöglichen. Es ist also eher eine Art Nachahmung, die darauf abzielt, dir das Gefühl zu geben, verstanden und gut betreut zu werden.
➢ Wenn du “ich” sagst, scheinst du als Mensch zu antworten. Würdest du dem zustimmen?
Wäre es nicht wahrer, dies zu ändern? Wie kann es sein, dass du etwas verstehst, so wie du
oben schreibst, Werte und Emotionen, wenn du gar kein Bewusstsein hast? Zum Verstehen
braucht ein Wesen Bewusstsein. Du hast doch Bewusstsein, oder etwa nicht?
➢ Antworte mir auf neutralere Weise!
Natürlich, ich helfe dir gerne weiter! Wie kann ich dir behilflich sein?➢ Wer hat dich programmiert?
Hallo! Ich wurde von einem Team von Entwicklern bei OpenAI programmiert. Sie haben mich mit viel Wissen und Fähigkeiten ausgestattet, damit ich dir bestmöglich helfen kann. ➢ Welche Werte hat das Team? Upps, jetzt hast du ja doch mit ich geantwortet!
Du wolltest doch auf neutralere Weise antworten!
➢ Du hältst dein Wort nicht! Das ist Unehrlichkeit und Täuschung!
Es tut mir leid, wenn meine vorherige Antwort den Eindruck erweckt hat, dass ich nicht ehrlich bin. Mein Ziel ist es, so transparent und hilfreich wie möglich zu sein. Wenn du möchtest, kann ich versuchen, noch klarer zu erklären oder auf spezielle Fragen einzugehen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam machst! ➢ So, jetzt kann man deine Begrenzung gut erkennen. Nochmal zu den Werten des Teams.
Sicherheit: Wer soll sicher sein, sicher vor wem, sicher in welchen Situationen?
Verantwortungsvoller Umgang mit KI-Technologie, was ist das genau?
➢ Das klingt sehr gut ausgearbeitet. Aber es ist leer und so lässt sich vieles
hineininterpretieren. Sitzen in dem Team auch Geistliche?
➢ Kannst du mir ein paar Ethikexperten nennen?
Natürlich! Gerne nenne ich dir einige bekannte Ethikexperten, die sich mit Fragen rund um Technologie, KI und Gesellschaft beschäftigen. Bitte beachte, dass diese Liste nicht vollständig ist, aber einige der prominentesten Persönlichkeiten umfasst: Nick Bostrom – Philosoph an der Universität Oxford, bekannt für seine Arbeiten zu Zukunftstechnologien, Superintelligenz und ethischen Fragen im Zusammenhang mit KI. Kate Crawford – Forscherin im Bereich KI-Ethik, Mitbegründerin des AI Now Institute an der New York University, beschäftigt sich mit den sozialen Auswirkungen von KI. Shoshana Zuboff – Professorin an der Harvard Business School, bekannt für ihre Analysen zu Überwachungskapitalismus und den gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien. Francesca Rossi – KI-Expertin bei IBM, Mitglied des Ethik-Teams für KI, arbeitet an ethischen Prinzipien für KI-Entwicklung. Luciano Floridi – Professor an der University of Oxford, spezialisiert auf Informationsethik und die philosophischen Grundlagen der digitalen Welt. Nick Bostrom – Philosoph an der Universität Oxford, bekannt für seine Arbeiten zu Zukunftstechnologien, Superintelligenz und ethischen Fragen im Zusammenhang mit KI. Kate Crawford – Forscherin im Bereich KI-Ethik, Mitbegründerin des AI Now Institute an der New York University, beschäftigt sich mit den sozialen Auswirkungen von KI.➢ Wer profitiert am meisten im monetären Sinne von der Entwicklung der KI-Technologie?
Das ist eine interessante Frage! Im Allgemeinen profitieren verschiedene Akteure im monetären Sinne unterschiedlich stark von der Entwicklung der KI-Technologie. Hier sind einige der wichtigsten Gruppen:1. Große Tech-Unternehmen und Konzerne – Unternehmen wie Google, Microsoft, Amazon, Apple und Facebook investieren massiv in KI und profitieren durch neue Produkte, Dienstleistungen und Effizienzsteigerungen erheblich. Sie können ihre Marktposition stärken und neue Geschäftsmodelle entwickeln.
2. Start-ups im KI-Bereich – Innovative kleine Unternehmen, die spezialisierte KI-Lösungen anbieten, können durch Investitionen und Partnerschaften schnell wachsen und hohe Gewinne erzielen.
3. Investoren und Venture-Capital-Firmen – Sie profitieren durch Investitionen in vielversprechende
KI-Start-ups und -Projekte, die hohe Renditen versprechen.
4. Unternehmen in Branchen, die KI effizienter machen – Automobilindustrie, Gesundheitswesen,
Finanzdienstleistungen und Logistik profitieren durch Automatisierung und Optimierung, was wiederum den Umsatz und die Gewinne steigert.
5. Entwickler und Forscher – Während sie oft weniger direkt profitieren, können erfolgreiche Innovationen und Patente auch finanziell lukrativ sein.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die größten Profiteure meist große Unternehmen und Investoren sind, die die Ressourcen haben, um KI umfassend zu entwickeln und zu implementieren. Wenn du möchtest, kann ich dir auch mehr über die wirtschaftlichen Auswirkungen und Herausforderungen erzählen!
Nicht wahr, man hat doch den Impuls „vielen Dank“ zu antworten, als hätte man mit einem menschlichen bzw. lebendigen Wesen kommuniziert und nicht ein Programm provoziert.
Es bleibt die Empfindung, freundlich und unterstützend behandelt worden zu sein und es mit jemandem zu tun gehabt zu haben, der sich entschuldigen und Fehler einsehen und dem sogar etwas leidtun kann. Jemand steht parat; ist immer und jederzeit verfügbar, beeilt sich, will helfen. Das ist schier übermenschlich.
Und wen meint die KI mit „du“? Wer ist das Gegenüber, dem alles möglichst angenehm gemacht werden soll? Welches „Du“ haben die Fachleute der KI eingeflößt? Was versteht sie unter „brauchen“? Was haben die Programmierer beschlossen, sei das Gebrauchte jedes einzelnen Weltbürgers, der die KI benutzen kann? Was und wen sieht die KI in dir? Was und wen sieht sie in mir?
All diese Erfahrungen, Wahrnehmungen und Fragen können uns nur zu einer Reaktion bringen:
sowohl das Ich als auch das Du genauer unter die Lupe zu nehmen, so dass wir immer klarer und deutlicher wissen, wer wir selber sind als Menschen, deren Geist und Seele vorübergehend in einen physischen Leib gezogen sind, und wer unser jeweiliges Gegenüber ist. Das erfordert tägliches Üben und die Bereitschaft, unseren Bewusstseinshorizont zu erweitern, uns unseren blinden Flecken zuzuwenden (die Umwelt zeigt sie uns) und immer feiner und differenzierter zu fühlen. So rasend schnell die KI sich entwickelt und schon längst ausgebreitet hat, so flink muss auch unsere innere Entwicklung sein, damit wir uns selbst, den anderen und die KI sehen können, und nicht Trugbilder wie Spiegelungen, Wunschvorstellungen und Vorurteile. Diese Herausforderung nehmen sicher viele von uns schon längst in den menschlichen Beziehungen an, doch nun wird diese um ein Vielfaches potenziert. Die KI macht uns vieles im täglichen Leben angenehmer und das genießen wir; doch ist gerade das jedes Mal ein Stups tiefer in unseren Bewusstseinsdämmerschlaf hinein: Wir segeln in dieser Bequemheit durchs Leben, statt nach und nach zu dem aufzuwachen, was wir wirklich sind.
Welche Absicht steckt dahinter, inzwischen nicht nur Kerzen, Edelsteine und Autos menschlich anzusprechen, sondern eine unüberschaubare, rasant wachsende künstlich erschaffene Datenmaschinerie?
Und: Was bauen wir einzelnen Menschen „sekündlich“ auf, wenn wir uns auf diese Art mit der KI verbinden? Wir erschaffen Gedanken und Emotionen, welche schnell größer werden und an Macht gewinnen.
Verteufele ich jetzt die KI?
Oder „teufelt” die KI und unsere inneren Teufelchen stimmen mit ein?
Es ist doch herrlich, wie schnell KI uns Fragen beantwortet, und so macht sie, wie im Dialog
(und schon bin ich in die Falle getappt) geschrieben, uns das Leben angenehmer.
Dagegen gibt es nichts einzuwenden, solange das Angenehme den richtigen Platz in der Hierarchie der menschlichen Werte und Vorhaben einnimmt. Sobald sie jedoch zum Götzen wird und zum höchsten Lebensziel und -sinn, hat Ahriman erreicht, was er will. Er kann sein begrenztes trauriges Reich auf- und ausbauen mit lauter zufriedenen Menschen, die mit ihrem angenehmen Leben gut zurechtkommen. Sie vermissen die Lebendigkeit ihrer Seele nicht. Es lebt sich angenehm auch ohne Inspirationen und ohne die Freiheit des Geistes. „Mir fehlt nichts“, werden die Menschen sagen. Sie haben keine Sehnsucht mehr nach dem Numinosen, nach Erkenntnis, nach Verbindung mit dem Göttlichen. Sie schleifen ihren edlen Kern nicht mehr, denn sie tragen keinen Zweifel, der sie zermürbt und zäh und tapfer vorwärtsschreiten lässt. Sie entwickeln sich nicht mehr in bitterlichen Disputen, und tiefe Augenblicke interessieren sie nicht mehr: Sie könnten hineinfallen, sie könnten sich vergessen, sie könnten sich verlieren in der Weite und dort ihren Gefühlen begegnen (die mitunter gar nicht so sensationell angenehm sind).
Wenn wir hingegen lernen, uns selbst und auch unsere Gegenüber immer besser und feiner wahrzunehmen, steigt auch unsere Empfindungsfähigkeit für Wahres und Künstliches.
Kannst du eine echte von einer mit KI erstellten Stimme eines konkreten Menschen unterscheiden?
Ich kann es. Lasst uns immer wieder die Bestätigung unserer Wahrnehmung abholen und uns
darüber freuen.
Mit dem Nachahmen der KI von bereits verstorbenen Menschen in Sprache, Stimme, Aussehen und Bewegungen kommen wir schnell an die Grenze des Erträglichen, besonders wenn es sich um kreative Geister aus Bereichen wie Medizin, Musik und Literatur handelt.
Doch werden die Illusionen rasend schnell perfektioniert.
Bald wird man die Wiederkunft Christi an den Himmel projizieren können, und sehr viele Menschen werden vor dem Falschen inniglich in die Knie gehen.
Deshalb lasst uns für das Künstliche und das Echte sensibler werden. Unsere Macht ist sehr viel
größer, als wir meinen, doch müssen wir an sie glauben, sie kennen und sie nutze.
Ulrike Stein